herbst 89
Kulturhaus Karlstorbahnhof, Heidelberg
05.12.2026
Was wir nicht zustande gebracht haben, so Ernst Bloch, müssen wir überliefern: Die Erinnerung wachhalten an das Unterbliebene, das nicht Gewagte, das Mögliche. In diesem Sinne erzählt herbst 89 von Ideen für die Zukunft, die im Herbst 1989 in der DDR bei den großen Demonstrationen in Leipzig artikuliert wurden. Es ging um einen neuen, demokratisch-fortschrittlichen Staat. Die DDR trat 1990 der Bundesrepublik bei; eine autonome Zukunft war nicht realisierbar. Doch der hoffnungsvolle Aufbruch im Leipziger Herbst 1989 sollte nicht in Vergessenheit geraten. Wir brauchen gerade heute Erzählungen von positivem Zukunftsdenken als utopischen Proviant in komplizierten Zeiten. In herbst 89 von Peter Bösselmann verbinden sich Lesung und Musik. Mal ist es Vortrag mit Begleitung, mal wird rhythmisierter Text ein Element der musikalischen Struktur, korrespondiert mit dem Gesang eines klassischen Tenors. Die minimalistischen Sounds analoger Synthesizer grundieren das Geschehen. Die Musiker Tilman Bracher und Peter Bösselmann sowie Kamaldev J. Singh als Sprecher schaffen eine atmosphärisch-dichte Beschreibung des hoffnungsfrohen Aufbruchs der Bürgerbewegung 1989 in der DDR. Die Veranstaltung wird präsentiert von Peter Bösselmann. Gefördert von Stadt Heidelberg und LBBW-Stiftung Zitat aus »Jahrestage 1« von Uwe Johnson mit freundlicher Genehmigung des Suhrkamp Verlags, Berlin.
Veranstaltungsort
Kulturhaus KarlstorbahnhofAm Karlstor 1
69117 Heidelberg
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