Termin eintragen
martina-hefter-arne-rautenberg-julia-weber-40-freiburger-literaturgesprach-drei-lesungen-mit-gesprach

Martina Hefter / Arne Rautenberg / Julia Weber - 40. Freiburger Literaturgespräch: Drei Lesungen mit Gespräch

Literaturhaus Freiburg, Freiburg im Breisgau

07.11.2026

Martina Hefter: Nach der Sonne schauen
Moderation: Annette Pehnt

Iona Bartschok sieht die Zukunft so hochgetürmt über einem See im Leipziger Süden, dass sie sich hineinstürzen möchte. Fünftausend Jahre, weit genug entfernt von der Gegenwart, aber gerade noch nah genug für ihr neues Projekt. Die Installationskünstlerin bezieht den Sommer über eine umgebaute Industriehalle inmitten einer künstlich gefluteten Tagebau-Region, die von Abraumhalden und einem immerwährenden Wind geprägt ist. Sie sucht Abstand zu ihrem Stadtleben, nachdem ein Maler eines ihrer wichtigsten Kunstwerke, ein Baumhaus, mit dem Wort Bullshit besprüht hat. Ein Hund läuft ihr zu, die kämpferische Nichte ihres Vermieters steht vor der Tür und während draußen der Wind zunimmt, der Regen die Straßen flutet, drängt sich mit aller Macht das Leben zurück in die Halle.
Wie in ihrem mit dem Deutschen Buchpreis 2024 ausgezeichneten Roman Hey guten Morgen, wie geht es dir? gelingt der Schriftstellerin und Performance-Künstlerin Martina Hefter mit Nach der Sonne schauen (Klett-Cotta, 2026) eine atmosphärisch aufgeladene Erzählung. Über eine Frau, die aufbricht, so leichtfüßig wie existenziell.

Arne Rautenberg: 19 Türen
Moderation: Katharina Knüppel

Unter den deutschen Lyrikern der Gegenwart ist Arne Rautenberg eine wundersame Doppel- und Dreifachbegabung, schreibt der Literaturwissenschaftler und Dichter Heinrich Detering. Leichtfüßig und trittfest balanciere er mit seinen Gedichtbänden, Kinderversen und bildkünstlerischen Arbeiten an den Grenzen der Genres, zwischen Lyrik und Grafik, Bild und Text.
Der jüngste Band 19 Türen (Wunderhorn, 2026) versammelt lyrische Mobiles, anmutige kleine Kunstmaschinen (FAZ), angetrieben vom Wind, der in Rautenbergs schleswig-holsteinischer Heimat weht. Das Meer und die Küstenlandschaft bilden einen der poetischen Resonanzräume, in denen Natur und Sprache in Verbindung treten. Die Verse führen weiter nach Rom, das der Autor als Stipendiat der Villa Massimo erkundet, und immer wieder in die Kunst- und Literaturgeschichte. Und, hinter den 19 Türen, in ein unbewusstes Reich, zum Ursprung der Sprache, ihrem Eigensinn dorthin, wo sie Zauber, Wunder, Wagnis ist.

Julia Weber: Weil ich Ruth bin
Moderation: Martin Bruch

Ein Werk, das herausragt aus der Schweizer Gegenwartsliteratur: In ihrem dritten Roman erzählt Julia Weber kühn, sinnlich und unbeirrbar von Ruth, die mit einem Fell geboren wird und über einen magischen Zugang zur Welt verfügt. Ihre Geschichte verfängt wie ein langer, fantastischer Traum und berührt Fragen nach Mensch- und Tiersein, Gewalt und Gemeinschaft.
Für mich hat Kunst sehr viel mit Zugewandtheit und Trost zu tun und soll dennoch ein Ort sein, der die Welt schonungslos zeigt, sagt die Autorin. Getragen wird ihre Geschichte von einer Sprache, die solche Widersprüche übersetzt in ein bildreiches Nachdenken über die Welt, wie sie ist oder auch sein könnte. Nach ihren Romanen Immer ist alles schön und Die Vermengung hat Julia Weber zehn Jahre an Weil ich Ruth bin (Limmat, 2026) gearbeitet an einem Erzählkosmos, dem die Kraft der Verwandlung innewohnt.
---
Fotos: Martina Hefter © Maximilian Gödecke, Arne Rautenberg © Birgit Rautenberg, Julia Weber © Ayse Yavas

Förderer: Kulturamt der Stadt Freiburg, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Guzzoni-Federer-Stiftung, Deutsche Pfandbriefbank
Kooperationspartner: Theater im Marienbad, Buchhandlung jos fritz
Kulturpartner: SWR Kultur

Datum: 7.11.2026, 1013:00 Uhr
Ort: Literaturhaus Freiburg, Bertoldstraße 17
Eintritt: 11/7 Euro

Literaturgespräch
Literaturhaus

Veranstaltungsort

Literaturhaus Freiburg

Bertoldstraße 17
79098 Freiburg im Breisgau

Diese Veranstaltung findet außerdem statt

Weitere Veranstaltungen in der selben Veranstaltungsstätte